Schutzengel - himmlische Boten auf Erden

Sabine Kühn

"Da hat er aber einen Schutzengel gehabt!" Diesen Ausspruch haben wir fast alle schon mal gehört, wenn jemand einer Katastrophe entgangen oder ihm besonderes Glück zuteil geworden ist. Doch, was wissen wir eigentlich über die unsichtbaren Begleiter?


Seit wann kennen wir Schutzengel?

Der Glaube an diesen himmlischen Begleiter ist seit Jahrtausenden in vielen Kulturen und Religionen verankert. Schon in der Antike gab es Geschichten über göttliche Wesen, die Menschen vor Gefahren oder Leid bewahrten.

Im Christentum wurde das Bild vom Schutzengel genauer. Er war nicht mehr nur ein Beschützer, sondern wurde auch zum moralischen Kompass. Der göttliche Bote zeigte dem Schutzbefohlenen den „richtigen“ Weg.

Auch im Judentum oder im Islam kennt man spirituelle Wesen, die Sterbliche behüten und führen.

Und überall steht der Schutzbringer für Geborgenheit, Trost, Beistand und Zuversicht.

Hat jeder einen eigenen Schutzengel?

Diejenigen, die an Schutzengel glauben, würden diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Und eine Überzeugung ist weit verbreitet: jedem Menschen wird bei der Geburt so ein göttliches Wesen zugeordnet, das ihn dann sein Leben lang begleitet. An diesen Beschützer kann man sich jederzeit wenden und um Hilfe oder Beistand bitten.

Nach einer anderen Vorstellung, sind die Engel den Elementen und damit auch den Tierkreiszeichen zugeordnet.

Den Feuerzeichen, also Widder, Löwe und Schütze steht der Erzengel Michael bei.

Den Erdzeichen Stier, Jungfrau und Steinbock der Erzengel Uriel.

Bei Zwilling, Waage und Wassermann – den Luftzeichen ist es der Erzengel Raphael und dem Element Wasser und damit Krebs, Skorpion und Fische wird der Erzengel Gabriel zur Seite gestellt.

Wie spüre ich meinen Schutzengel?

Von Schutzengeln ist meist dann die Rede, wenn jemand entweder mit knapper Not einer Gefahr entgangen ist oder wenn sich etwas so Überraschendes ereignet, das man es als Fügung ansehen kann. Das sind die Momente, in denen der Beschützer uns Zeichen seiner Existenz gibt. Oder auch die kleinen Dinge, die jeder kennt: man denkt an eine bestimmte Person und plötzlich ruft sie an oder schickt eine Nachricht. Auch wenn man plötzlich den sprichwörtlichen siebten Sinn hat und eine Gefahr förmlich wittert, soll der Schutzengel dahinter stecken. Als deutliche Botschaft werden auch Federn verstanden, die plötzlich vom Himmel schweben oder an sehr ungewöhnlichen Orten auftauchen.

Welchen Namen trägt mein Schutzengel?

Geht man davon aus, dass man den Beschützer hat, der dem Tierkreiszeichen zugeordnet ist, dann sind es die Erzengel Michael, Uriel, Raphael oder Gabriel.

Doch auch der persönliche Begleiter hat einen Namen. Allerdings ist es schwieriger, den herauszufinden. Das gelingt nur, wenn man auf kleinste Zeichen achtet. Zum Beispiel kann man sich dabei ertappen, wie man gedankenversunken einen Namen auf ein Stück Papier kritzelt. Einfach so, intuitiv. Es kann ein Lied im Radio sein, in dem man plötzlichen einen Namen besonders wahrnimmt.

Auch im Traum kann ein Name auftauchen, der einem ungewöhnlich vertraut erscheint.

Wie rufe ich meinen Schutzengel?

Um mit seinem Schutzengel in Kontakt zu treten, muss man seinen Namen nicht zwangsläufig kennen. Die innerliche Bitte um ein Zeichen, ein stiller Wunsch Hilfe zu erhalten, werden nicht ohne Wirkung bleiben. Ein kleines Gebet kann auch helfen, den überirdischen Begleiter anzusprechen.

Er nimmt übrigens auch gern einen Dank entgegen. Vielleicht für schöne Momente oder glückliche Fügungen.

Generell geht es um Vertrauen. Denn wenn man loslässt und an den Schutzengel glaubt, wird er immer da sein.

Der Schutzengel als absoluter Verkaufsschlager

Und das noch zum Schluss:

Wer tatsächlich an Schutzengel glaubt, befindet sich in guter Gesellschaft. Verschiedene Umfragen haben gezeigt, dass zwischen 45 und 60 Prozent der Deutschen von der Existenz von Schutzengeln überzeugt sind. In manchen Gegenden glauben mehr Menschen an Schutzengel, als an ihren obersten Boss.

Der unsichtbare Begleiter ist auch durchaus gegenständlich. Manchen tragen ihn als kleinen Anhänger an der Kette, als Amulett am Schlüsselbund oder hängen sich ein Medaillon an den Rückspiegel des Autos.

Aber das ist noch nichts gegen das 19. Jahrhundert, als große und kleine Bilder von Schutzengeln in kaum einem Schlaf – oder Kinderzimmer fehlen durften.

Die katholische Kirche hat ihm sogar einen eigenen Festtag gewidmet. Jedes Jahr am 2. Oktober wird das Schutzengelfest gefeiert.

Und, wie heißt es so schön?

„Schutzengel haben eine Hand am Menschen und eine am Himmel“

PS: Schutzengel und andere Kleinigkeiten, die Freude machen, gibt es in der

Pommernstube-Kreativwerkstatt.

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